(Fotos vom Jubiläum folgen Dienstag auf unserer Webseite!)
Kreuzkirche dankt im 111. Gottesdienst beim 20-jährigen AAA-Jubiläum ihren Ehrenamtlichen
Mit einem festlichen und emotionalen Gottesdienst hat die Evangelische Kreuzkirche Fulda das 20-jährige Bestehen des AAAnderen Gottesdienstes gefeiert. 150 Besucherinnen und Besucher kamen zum 111. Gottesdienst dieses besonderen Formats, das unter dem Motto „Nicht nur dabei!“ stand. Seit 2006 verbindet der AAAndere Gottesdienst aktuelle Themen, moderne Musik, multimediale Predigten und gelebte Gastfreundschaft. Die drei „A’s“ des „Triple-A-Formates“ stehen für „Ausschlafen, Aufatmen, Aufeinander zugehen“.
Ein roter Teppich für die Ehrenamtlichen
Im Mittelpunkt des Jubiläums standen die zahlreichen Ehrenamtlichen, die den AAAnderen Gottesdienst seit vielen Jahren vorbereiten und gestalten. Rund 40 Menschen engagieren sich in den verschiedenen Teams, darunter die Kreuzkirchenband, Technik, Moderation, Gastfreundschaft und Catering sowie das Kindergottesdienstteam. Bei jedem Gottesdienst wirken etwa 15 bis 20 Ehrenamtliche mit.
Normalerweise seien es die Ehrenamtlichen, die anderen den roten Teppich ausrollten, sagte Pfarrer Stefan Bürger. Beim Jubiläum war es umgekehrt: Zu den Klängen von „Eye of the Tiger“ zogen die Mitwirkenden über einen roten Teppich durch den Mittelgang der Kirche zum Altar. Die Gemeinde klatschte stehend. Am Ende des Weges wurden die Ehrenamtlichen persönlich von Pfarrer und Jugendreferentin gesegnet und erhielten als Zeichen des Dankes einen „Segens-Taschenschirm“ mit Kreuzkirchenlogo.
„Nicht Helferlein“, sondern Kirche
In seiner Predigt machte Stefan Bürger (58), der jetzt bereits 28 Jahre in der Kreuzkirche Dienst tut, deutlich, dass ehrenamtlich Engagierte nicht dem Pfarrer bei seiner Arbeit helfen. „Ihr helft nicht dem Pfarrer, einen Gottesdienst zu machen. Wir alle dienen gemeinsam darin, dass Gottesdienst geschieht“, betonte er. Musik, Technik, Moderation, Kinderprogramm und Gastfreundschaft seien keine nebensächlichen Hilfsarbeiten. In all diesen Bereichen geschehe „geistliche Arbeit im Priestertum der Getauften“.
Dabei erinnerte Bürger an die biblische Geschichte von Mose, der die Verantwortung für das Volk nicht länger allein tragen konnte. Gott stellte ihm 70 Älteste an die Seite und gab auch ihnen Anteil an seinem Geist. Für die Kirche bedeute dies: Verantwortung werde nicht nur verteilt, um Hauptamtliche zu entlasten. Vielmehr wirke Gottes Geist in vielen unterschiedlichen Menschen und ihren Begabungen.
Mitgestalten, etwas bewirken und dazugehören
Die Predigt nahm auch die Frage auf, warum Menschen freiwillig Zeit, Kraft und manchmal Nerven investieren. Drei Erfahrungen seien dabei besonders wichtig: „Ich darf mitgestalten. Ich kann etwas bewirken. Und ich gehöre dazu.“ Ehrenamt könne deshalb zugleich anderen guttun und den Engagierten selbst Freude, Sinn und Gemeinschaft schenken.
Zugleich warnte Bürger davor, das evangelische Verständnis vom „Priestertum aller Getauften“ als Sparprogramm für eine kleiner werdende Kirche zu missverstehen. Ehrenamtliche seien keine kostenlose Ausfallversicherung. Ihr Engagement müsse aus einem freien Ja entstehen, zu dem auch das Recht gehöre, Nein zu sagen. Der Wert eines Menschen beginne nicht erst mit seiner Leistung: „Gottes Ja musst du dir nicht erarbeiten.“
Musik, Gemeinschaft und Jubiläumstorte
Musikalisch gestaltete die Kreuzkirchenband den Gottesdienst mit vielen modernen Liedern. Parallel feierten die Kinder ihren eigenen Kindergottesdienst. Die Kollekte des Jubiläumsgottesdienstes ging an den „Hafen Lutherkirche“. Pfarrerin Clara Sperzel stellte das sozialdiakonische Programm der Gemeinde vor, ehe die Körbchen durch die Reihen gingen. Rund 530 € wurden für den Hafen gegeben.
Nach dem Gottesdienst wurde bei Grillwürstchen, Champignons, Kaffee und Kuchen weitergefeiert. Ein besonderer Blickfang war die große Schokosahne-Jubiläumstorte. Bei Essen und Gesprächen wurde damit noch einmal sichtbar, wofür der AAAndere Gottesdienst seit 20 Jahren steht: für Glauben, Gastfreundschaft und eine Gemeinschaft, in der Menschen nicht nur dabei sind, sondern wirklich dazugehören. Wer den Gottesdienst noch mal anschauen möchte, wird auf dem YouTube-Kanal der Kreuzkirche fündig.