(Fotos: Malte Bürger)
Wie kann aus „zu klein“, „zu laut“, „zu langsam“ oder „zu wenig“ neue Zuversicht entstehen? Dieser Frage ging der ökumenische Biergartengottesdienst bei Hennings „Drei Linden“ mit gut 200 Besuchern und 20 Kindern nach. Im Rahmen des Gottesdienstes wurden zugleich 20 neue Konfirmandinnen und Konfirmanden eingeführt und in der Gemeinde willkommen geheißen.
Schon die Gestaltung machte das Thema sichtbar. Auf einer Moderationswand standen zunächst Begriffe und Sätze, mit denen Menschen sich selbst oder andere begrenzen: „zu klein“, „zu leise“, „zu laut“, „zu langsam“ oder „zu wenig“. Nach und nach entstand daraus das Wort „ZUversicht“. Bunte Schilder mit den Namen der 20 Konfis brachten schließlich Farbe auf die Wand und machten deutlich: Jede und jeder Einzelne gehört dazu und bereichert die Gemeinschaft.
„Nur Mut! Steh auf, er ruft dich!“
Im Mittelpunkt der Predigt von Pfarrer Stefan Bürger stand die biblische Geschichte vom blinden Bartimäus. Der sitzt am Rand der Straße und wird von den Menschen zum Schweigen aufgefordert. Doch Bartimäus lässt sich nicht entmutigen. Er ruft weiter nach Jesus. Und Jesus hört ihn, bleibt stehen und lässt ihn zu sich rufen.
„Nicht das ,Zu‘ hat das letzte Wort“, betonte Bürger. Wo Menschen sagten: „Du bist zu laut, zu störend oder zu unwichtig“, eröffne Jesus eine neue Perspektive. Aus Begrenzung könne Zuversicht werden. Besonders eindrücklich sei dabei der Satz aus der biblischen Geschichte: „Nur Mut! Steh auf, er ruft dich!“
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Aus ZU klein, dünn wird bei Bartimäus und uns durch Jesus ... -
ZUversicht
Religiöse Tischgespräche an Biertischen
An den Biergartentischen kamen die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher miteinander ins Gespräch. Satzanfänge wie „Mut macht mir …“, „Ich hoffe, dass …“ oder „Zuversicht heißt für mich …“ luden dazu ein, eigene Erfahrungen, Hoffnungen und Sorgen miteinander zu teilen.
„Ihr müsst nicht fertig sein!“
An die Konfis gerichtet, machte Bürger deutlich, dass sie für ihre Konfi-Zeit weder schon alles über den Glauben wissen noch auf jede Frage eine Antwort haben müssten: „Kirche ist kein Ort für Menschen, die schon fertig sind. Kirche ist ein Ort für Menschen unterwegs.“
Die Jugendlichen seien eingeladen, ihre Fragen, Gedanken und Persönlichkeiten einzubringen. „Ihr müsst nicht fertig sein. Aber ihr dürft euch rufen lassen. Ihr müsst nicht alles können. Aber ihr dürft mitgehen. Ihr müsst nicht perfekt passen. Aber ihr dürft Farbe reinbringen.“
So endete die Predigt mit einem ebenso zuversichtlichen wie offenen Bild von Kirche: „Kirche ist nicht fertig. Gott malt weiter. Und ihr bringt Farbe hinein.“
Spenden für Konfi-Fahrt, Kollekte für Bildungsprojekt in Uganda, Kreuzkirchenband, Kindergottesdienst und Gottesdienst im ökumenischen Team
Dankbar zeigte sich Bürger für zwei Spenden in Höhe von insgesamt 2.400 €, die das hohe Kostendefizit und damit die Elternbeiträge für die bevorstehende Konfi-Fahrt auffangen.
In der Kollekte im Gottesdienst wurden 435 € für „Emikwano e.V.“ gesammelt, einem Bildungsprojekt in Uganda, das Finanzvorstand Peter Müller vorstellte.
Gestaltet wurde der Gottesdienst von den katholischen Gemeindereferentinnen Eva-Lotte Neuhaus und Sandra Höhl, sowie der evangelischen Kinder- und Jugendreferentin Valentina Riebel und Pfarrer Stefan Bürger. Die Kreuzkirchenband übernahm die musikalische Begleitung. Parallel wurde ein Kindergottesdienst mit rund 20 Kindern gefeiert. Im Anschluss bestand bei Getränken und kleinen Speisen Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch.