Altarbild der Kreuzkirche


„Möglichkeit zur Veränderung - niemand wird abgewiesen“

Das Bild wurde 2008 von der Künstlerin Christine Hartmann, die 1967 geboren wurde und in Harmerz das „Atelier 14“ hat, geschaffen und besteht aus drei Bildtafeln, die thematisch das Kreuzigungsgeschehen in Lukas 23, V. 32-46, modern-gegenstandslos darstellen. Die seitlichen Bildtafeln sind den beiden Schächern, die mittlere Tafel Jesus Christus zuzuordnen.
Das Altarbild

Zur linken Tafel

Die Bibel beschreibt den Egoismus und den Spott des Schächers zur Rechten Jesu. Dieser lehnt selbst im Angesicht des Todes die Chance zu einem Neubeginn ab. Die Bildtafel ist in viele Blautöne getaucht. Blau steht farblich für die Möglichkeit zur inneren Veränderung. Er hatte die Möglichkeit, das Licht Gottes in dieser dunklen Stunde über sich aufflammen zu lassen. Doch das Licht verblasst, der Brückenschlag Jesu wird zurückgewiesen. Er sieht nur das Hier und Jetzt. V. 39 beschreibt das lästerliche Verhalten des Verbrechers: „Bist Du nicht der Christus? Hilf Dir selbst und uns!“ Spott und Hohn ist alles, was der Sünder in diesem Moment in seinem Munde führt. So bleibt es dunkel über und in ihm. Er hat den Kreuzestod verkehrt zur großen verpassten Chance.

Zur rechten Tafel

Dieser Teil des Triptychon zeigt das Geschehen um den Schächer zur Linken Christi. Diesen umweht auch die Chance zur Veränderung. Das Dunkel seiner Vergangenheit wird verwandelt. Er ergreift die Chance, wendet sich Jesus Christus zu und bittet aus inständigem Herzen: „Gedenke an mich, wenn Du in Dein Reich kommst!“ Jesu Brücke der Vergebung, die am Kreuz durch Jesu Blut gebaut wurde - so durch die roten Linien die vom Kreuz Jesu ausgehen dargestellt - wird wahrgenommen und genutzt. Er setzt alle Hoffnung auf Jesu, den Anfänger und Vollender des Glaubens und wird gerettet: „Noch heute wirst Du mit mir im Paradies sein!“ (V. 43) Das Licht des Glaubens und der Hoffnung umleuchtet das Kreuz des von den Menschen Verurteilten und macht die Sünden der Vergangenheit und das irdische Leiden letztendlich zur abgeschlossenen Vergangenheit. „Das Alte ist vergangen, siehe ich mache alles neu!“ Durch Jesu Gnade verliert die Sünde ihre zerstörerische Macht, der Tod seinen Schrecken. Er wird durch Jesu Vergebung und den Glauben an IHN zum Tor ewigen Lebens. Das Dunkel wird zum Licht.

Zur mittleren Bildtafel

Hier sind wir bei der Haupttafel des Triptychon. Sie zeigt das zentrale Thema: das Kreuz Jesu. Es steht fest und zentral; ist mit der Erde und den Menschen eng verbunden. Die Erde ist dunkel und blau dargestellt. Diese Farben stehen für die Sünde der Menschen und die Möglichkeit zur Veränderung. Mit dem Kreuz wandelt sich alles. Gott begegnet den Menschen auf Augenhöhe und bringt in das Dunkel der Erde und dem Dunkel der Menschen „Das Licht der Welt“. Durch das Blut und Leiden Jesu, welches in den Rottönen Ausdruck findet, beginnt eine neue Zeit, die durch die untergehende und gleichzeitig aufgehende Sonne im Hintergrund dargestellt wird. Der Endliche-Tag ist vergangen, die Ewigkeit geht auf, über den Menschen, die an Ihn glauben. Jesus ist der, der selbst im Leiden und Sterben in die Ewigkeit schauen kann, deshalb überstrahlt das himmlische Weiß auch Sein Kreuz. Die Erde und die Menschheit bekommen das Leben, Hoffnung und eine Zukunft. Grün, die Farbe der Hoffnung, kommt wie ein Morgennebel über die Erde. Jesus selbst war am Kreuz ganz Mensch und ganz Gott. Die Anwesenheit Gottes wird durch reines Blattgold dargestellt: Gold als Symbol göttlicher Hoheit. Das Kreuz ist offen. Diese Symbolik soll darauf hinweisen, dass das Kreuz für jeden Menschen da ist. Es wird niemand abgewiesen. Jesu Vergebung ist ein offenes und nicht auf Golgatha begrenztes Ereignis.

Pultkanzel

Kanzel und Kreuz aus einem Stamm

Eine Kanzel bzw. ein Kanzelpult für eine Kirche zu entwerfen und zu realisieren, stellte  für mich als Künstlerin eine spannende und schöne Herausforderung dar. Geht es hierbei ja nicht um ein reines Kunstwerk welches „nur“ gefallen soll, sondern auch um ein funktionales Objekt. Gleichzeitig sollte die Funktion in das künstlerische Gesamtkonzept von Altarbild, Altarkreuz und Kanzel passen.  Vom Material her war es leicht, eine Beziehung zueinander zu schaffen, denn es war wohl eine besondere Fügung, dass Altarkreuz und Kanzelfront nicht nur der gleichen Holzsorte Linde, sondern in diesem Fall sogar vom gleichen Baum stammen. So ist gewährleistet, dass die Kanzel nach einer Zeit des Nachdunkelns sich dem Kreuz farblich angleichen wird. Die tragenden Elemente, sowie Ablage und Lesefläche, wurden aus Risterholz gestaltet. 

Ich bin mehr als froh, dass ich zur Realisierung den Tischlermeister Hans Obenhack aus Schlitz Hartershausen gewinnen konnte, der sich besonders im Bezug auf hochwertige Einzelanfertigungen in Fachkreisen und bei seinen Kunden einen Namen gemacht hat. Nicht zuletzt ist er mir zudem auch durch seine aktive Mitarbeit in der Kirche und sein christliches Selbstverständnis ein sehr guter Kooperationspartner bei solchen Arbeiten geworden. 

Die Kanzelfront habe ich analog zur Kreuzgestaltung mit einem breiten Stechbeitelschnitt versehen. Mir war wichtig, dass die Kanzel auch weiterhin mit den Kirchenfarben und ihrer Symbolik versehen ist. So habe ich drei Vertiefungen geschaffen, in die jeweils die entsprechenden Farbtafeln des Kirchenjahres eingefügt werden. 

Die grünen Farbtafeln besitzen ein Kreuz in der Symbolik. In den violetten Tafeln, welche für die Buß- und Passionszeiten stehen, ist eine Dornenrispe zu finden. Die weißen Tafeln, weisen auf Jesus Christus und drücken die Festfreude an Festtagen wie Weihnachten, Epiphanias, Ostern und Trinitatis aus. Hier habe ich neben drei Weißtönen (Dreieinigkeit) auch Gold, das Symbol des Göttlichen, eingefügt.

Die roten Tafeln verweisen auf den Heiligen Geist. Ein von oben nach unten geöffnetes zartes weißes Ornament findet hier Verwendung. 

Weiterhin ist die massive Kanzelfront in leichter Bogenform gestaltet. Diese anspruchsvolle Ausführung war mir wichtig, da ich einen Ausdruck für den Dialog finden wollte, der von der Kanzel ausgeht. Ist doch die Kanzel kein Ort für Monologe und Selbstinszenierung, sondern ein Ort an dem unsere Fragen Antworten suchen und Gottes Wort durch den Redner als die Antwort zu uns Menschen getragen wird. 
Die Kanzel ist in Ihrer Funktion auch dem AAAnderen Gottesdienst angepasst. So kann die Lesefläche über eine leichte Umsteckung zu einem Moderationstisch verändert werden. Die drei Farbtafeln können bei dieser Gottesdienstform nach Wunsch auch mit den in Blau-Silber gehaltenen „A“-Farbfeldern versehen werden.

Zudem ist die Kanzel mit kleinen Rädern versehen, sodass es möglich ist, die Position leicht dem Anlass entsprechend anzupassen.
Die Pultkanzel von vorne…
… und von hinten

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