Veröffentlicht am 05.07.2019

Wie sich Arbeit verändert – auch in der Kreuzkirche

Zum Hintergrund

  • Die Kreuzkirche bekommt kurzfristig keine weitere halbe Pfarrstelle, obwohl die Gemeindegliederzahlen das durchaus hergäben. Gemeinden, die weniger werden, werden so nach Beschluss der Kreissynode z.T. gestützt.
  • Jeder Pfarrer soll grundsätzlich im Jahresschnitt 48 Wochenstunden arbeiten.
  • Eine Dienstbeschreibung, die Kirchenvorstand und Pfarrer mit dem Dekan aufgestellt haben, regelt zukünftig die Aufgaben des Pfarrers.  

Die Kreuzkirchengemeinde ist in den letzten Jahren durch Zuzug stark gewachsen. Vor 20 Jahren hatte die Gemeinde noch rund 1500 Gemeindeglieder, jetzt sind es 2370, hinzukommen mittelfristig noch mindestens 150 Evangelische durch das neue Baugebiet „Weiße Stadt“. Mit neuen Gemeindegliedern wachsen auch die Aufgaben für den Pfarrer. Das Aufgabenfeld ist nun über eine Dienstbeschreibung erfasst und begrenzt worden. Ist das überhaupt möglich, ist der Pfarrer nicht immer im Dienst?
 

8,5 Stunden für Gottesdienstvorbereitung und -durchführung

Um Aufgaben überhaupt fassen zu können, hat die Landeskirche in einem längeren Prozess im Dialog mit anderen Landeskirchen eine Vorlage für eine Dienstbeschreibung erstellt. Jeder Pfarrer soll dabei im Jahresschnitt 48 Wochenstunden arbeiten, um seinen Dienst „gut, gern und wohlbehalten“ auszuführen. Dabei geht man davon aus, dass eine Gottesdienstvorbereitung (und –durchführung) rund 8,5 Stunden Zeit in Anspruch nimmt. Eine Taufe, Trauung, Beerdigung umfasst je rund 5,5 Stunden. Vorgespräche, Vorbereitung am Schreibtisch, Durchführung und Besuch (Taufkaffee, Tröster, o.ä.) sind hier eingerechnet. Ein Geburtstagsbesuch oder ein seelsorgerlicher Kontakt ist mit einer Stunde veranschlagt. Hinzu kommen Zeiten für Verwaltungsaufgaben, Konfirmandenunterricht, gesamtkirchliche Aufgaben (Pfarrkonferenzen, Synoden, …) und weiteres.
Im Gespräch mit Dekan Seeberg stellte sich nach intensiven Überlegungen heraus, dass nur im Bereich Gottesdienst, Kasualien und Besuchen ein größeres Einsparpotential besteht. Geht man davon aus, dass die Kreuzkirche derzeit etwa eine 150%-Stelle ist, soll ein Drittel der Aufgaben reduziert werden. Auf Gottesdienste bezogen bedeutet das, dass der Pfarrer zukünftig ein Drittel weniger Gottesdienste gestalten wird..
 

Kooperation: Gottesdienste im Kooperationsraum Fulda

Bislang haben Ehrenamtliche oder Ruheständler immer schon Gottesdienste übernommen. Der Kirchenvorstand ist der Meinung, dass Lektor*innen und Ruheständler auch weiterhin etwa einmal monatlich (plus Urlaubszeiten) Gottesdienste übernehmen sollen. Um aber Ehrenamtliche nicht zu überfordern und ggf. auch Gottesdienstbesuch zu konzentrieren, hat sich der Kirchenvorstand entschlossen, einmal monatlich auf einen eigenen Gottesdienst in der Kreuzkirche zu verzichten bzw. auf die anderen Kirchen im Raum Fulda zu verweisen.
Dieser Schritt wird nicht von allen gutgeheißen werden, das ist dem Kirchenvorstand bewusst. Dennoch sieht es die Gemeindeleitung als notwendig an. Bei Taufen, Beerdigungen und Trauungen gibt es derzeit noch keine Lösung. Der Kirchenvorstand ist aber mit Dekan Seeberg im Gespräch, dass mittelfristig Entlastung über andere Kolleg*innen im Kirchenkreis erfolgen soll. Bei den Geburtstagsbesuchen übernimmt der Besuchsdienst ab sofort die nichtrunden und halbrunden Geburtstage ab 91 Jahren. Altenheimgottesdienste werden einmal im Quartal von Lektor*innen gestaltet.
 

Freiraum für Neues

Der Kirchenvorstand ist noch nicht sicher, ob ein fester „gottesdienstfreier“ Sonntag kontinuierlich in die Praxis umgesetzt werden kann. Außerdem ist zu prüfen, wie Tauf- und Abendmahlsgottesdienste monatlich unterzubringen sind, gerade dann, wenn AAAndere Gottesdienste anstehen oder besondere Festgottesdienste. Im kommenden Quartal verweist die Gemeinde auf Gottesdienste, wenn andere Feiertage in zeitlicher Nähe liegen.
 
Gottesdienstangebote im Kooperationsraum Alternativangebot in zeitlicher Nähe
8.9. 12. So. n. Trinitatis (Konfirmandenfahrt)
27.10. 19. So. n. Trinitatis 31.10., 19 Uhr Reformationsgottesdienst im Kooperationsraum (Christuskirche)
17.11. Volkstrauertag 20.11., 19 Uhr, Ökum. Buß- und Bettag
22.12. 4. Advent Heiligabend vier Gottesdienste

Perspektivisch (Mitte 2020) will man auch darüber nachdenken, welche religiösen und spirituellen Angebote man zukünftig neu ins Programm nehmen kann, um Menschen zu erreichen, die sich bislang nicht von den gemeindlichen Angeboten angesprochen fühlen. Prinzipiell ist Freiraum notwendig, damit Neues in der Gemeinde entstehen kann. Einen unterstützenden Beitrag könnten z.B. die beiden Gemeindereferentinnen leisten. Sie sind jedoch nur befristet bis 31.8.2021 eingestellt und müssen komplett über Spenden finanziert werden.
Möchten Sie mit uns über diese Entscheidungen in Dialog treten, dann wenden Sie sich gern persönlich an Vertreter des Kirchenvorstands oder digital unter freiraum@kreuzkirche-fulda.de.
                   
Der Kirchenvorstand im Juli 2019


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