Veröffentlicht am 24.12.2017

Pfarrer Bürger knüpft in Christvesper an PayPal-Werbeslogan an 

Heiligabend in der Kreuzkirche in Fulda-Neuenberg. Wie überall, ein volles Gotteshaus, ein geschmückter Christbaum. Aber: „Was ist Weihnachten?“, fragt Pfarrer Stefan Bürger und nimmt dabei einen Slogan der Internet-Werbebranche auf.
 
Foto (Malte Bürger): Pfarrer Stefan Bürger in der Kreuzkirche
„Was ist Weihnachten für Sie?“, so beginnt Pfarrer Stefan Bürger seine Predigt am Heiligen Abend in der Christvesper. Viel könne es sein, die Freude auf die Familie, die Traurigkeit, weil Menschen fehlen, das Glück über strahlende Kinderaugen, Zeit für Urlaub, aber auch eine stressige Arbeitszeit. Die Internetdienstleister „PayPal“, so Bürger, hätte es dieses Jahr auf den Slogan gebracht, dass Weihnachten sicher sei. Sicher, weil bestellte Geschenke einfach und sicher wieder zurückgegeben werden könnnten. 

Sicher, so Bürger, sei unabhängig vom Geschenkekonsum das, worauf man sich verlassen könne. „Dass Jesus in die Welt kommt, Licht in die Finsternis, das ist sicher“, so der Pfarrer in der abgedunkelten Kirche auf der Kanzel vor dem Weihnachtsbaum. Angesichts unsicherer Zeiten durch Terror, unsicheren politischen Verhältnissen, wünsche sich jeder auch gesellschaftliche und politische Sicherheit.

Geschenke, einfach zurückzugeben, sei bei Socken, Büchern und Schuhen, ein guter Service. Kann aber auch das Geschenk von Weihnachten zurückgegeben werden? Gern würde man das zurückgeben, was einem im Leben nicht gefällt, Unpassendes, alles, was man eigentlich nicht geschenkt haben möchte, Krankheiten, unsichere Lebens- und Arbeitsverhältnisse oder die Traurigkeit über den kürzlich verstorbenen Menschen. Dies sei aber nicht so leicht, wie beim Internetdienstleister, eigentlich gar nicht möglich, weiß der Pfarrer. „Ich lade Sie deshalb heute ein mit allem Unpassenden, allem, was wir eigentlich nicht geschenkt haben möchten und auch mit Ihrem Freudigen. Ich lade Sie ein zur Weihnachtskrippe, zum dem friedlichen Kind, zu Jesus“, so der 49-jährige. Letztlich könnten wir Weihnachten nicht zurückgeben, aber vielleicht zurückweisen. Willkommen seien wir aber, mit dem Schweren und dem Frohen zur Krippe zu kommen und sich zusprechen lassen, was damals die Hirten von den Engeln hörten: Fürchtet euch nicht, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Jesus Christus – das sei sicher, so kann der Glaubende sagen.
 
PayPal Werbespot
An die Predigt an diesem Heiligen Abend schließt sich das bekannte Weihnachtslied „Ich steh an deiner Krippen hier“ von Paul Gerhardt an. Christopher Schnell begleitet dies und die anderen Lieder musikalisch an der Orgel. Die Männergesangvereine Bergeslust Fulda West und Rhönecho Trätzhof hatten unter Leitung von Anja Bickert die Christvesper mit drei Liedern mitgestaltet.

Nach der Christvesper lud der Pfarrer Interessierte noch zur Christmette um 22.00 Uhr ein. Verschiedene Stücke aus dem Weihnachtsoratorium werden dann unter musikalischer Leitung von Karsten Aßmann zu hören sein, außerdem eine meditative Ansprache von Pfarrer Bürger zu einer zeitgenössischen Bildkarte.


Kontakt