Veröffentlicht am 01.07.2017

Unterschiedliche Positionen: „Nicht den Glauben absprechen“

Der Bundestag hat am 30. Juni über die Ehe für alle abgestimmt und ein mehrheitliches Ja gegeben.
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat sich dazu im Vorhinein auch geäußert.
„Wichtig ist mir, dass betont wird, dass es in der weltweiten Kirche unterschiedliche Positionen dazu gibt. Wir sollten uns aufgrund dieser Unterschiede aber nicht gegenseitig den Glauben absprechen“, meint Pfarrer Stefan Bürger.
 
Der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, betonte auf seinem Facebook-Profil: Die Stellungnahme „weist ausdrücklich auf die Legitimität unterschiedlicher Meinungen zu diesem Thema hin, die besonders in der Diskussion innerhalb der Weltkirche immer wieder zu betonen ist, und auf den notwendigen wechselseitigen Respekt, mit dem diese Debatte geführt werden sollte.“

Lesen Sie hier die Stellungnahme des Rates der EKD vom 28. Juni 2017

„Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung“
Stellungnahme des Rates der EKD zur Debatte über die „Ehe für alle“
„Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sind Vertrauen, Verlässlichkeit und die Übernahme von Verantwortung in der Gestaltung menschlicher Beziehungen von zentraler Bedeutung. Aus Sicht der EKD bietet die Ehe dafür beste Voraussetzungen und ist deshalb ein Zukunftsmodell. Sie bildet den rechtlichen Rahmen für ein Zusammenleben von zwei Menschen, das auf lebenslanger Treue beruht. Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt und unterstützt werden, begrüßt die EKD. Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch keineswegs geschmälert. Im Gegenteil – sie wird noch einmal unterstrichen.
Zur Frage der Ausgestaltung eines rechtlichen Rahmens gibt es in den evangelischen Landeskirchen wie in der weltweiten Kirche unterschiedliche Auffassungen, die auch weiterhin ihre Berechtigung haben werden. Die Debatte um die Öffnung der Ehe ist über mehrere Jahre ernsthaft und mit wechselseitigem Respekt geführt worden. Wir hoffen, dass sie in diesem Geiste auch am Freitag im Bundestag geführt wird.“
Hannover, 28. Juni 2017 – Pressestelle der EKD


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