img

Totensonntag feiert die Kreuzkirchengemeinde ihren Gottesdienst mit Totengedenken um 11 Uhr, parallel findet Kindergottesdienst statt. Bitte beachten Sie, dass der Gottesdienst mit 3G-Regelung stattfindet.
Aufgrund der Corona-Lage ist während des Gottesdienstes und beim Gesang eine medizinische Maske zu tragen.

Der Gottesdienst sollte auch live auf den YouTube-Kanal der Kreuzkirche übertragen werden. "Wir bitten die technischen Probleme zu entschuldigen, geben aber nicht auf", sagt Pfarrer Stefan Bürger.
Lesen Sie hier die Predigt im Wortlaut:

Totensonntag 2021
Psalm 139 "Nähme ich Flügel der Morgenröte"
Pfarrer Stefan Bürger


Einleitung
Liebe Trauernde, liebe Gemeinde!
Abends beim Einschlafen denken wir an die Verstorbenen.
Morgens wenn wir aufwachen, wieder sind die Gedanken an Verstorbene da.
Und mitten in der Nacht, wenn der Schlaf leicht wird und wir wach werden: Der Tod des lieben Verstorbenen ist da auch so gegenwärtig.
Ist das so bei Ihnen, liebe Trauernde?
Das ist die eine Seite. Schauen auf eine andere Seite, nämlich auf das, was der Psalmbeter sagt.
Er sagt von Gott: Ich gehe oder liege, so bist du um mich. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Wir gehen wir damit um: Der Tod des lieben Menschen ist dauernd gegenwärtig, ob wir gehen oder liegen und daneben hören wir von Gott, der um uns ist, ob wir gehen oder liegen, der seine Hand über uns hält.
Überall begegnet einem das, was wir erhofft hatte. Die Zeit, die wir noch miteinander verbringen wollten.
Wie kann ich in dieser Situation dennoch irgendwie Kraft schöpfen?

Wie schwer sind für mich deine Gedanken
Der Psalmbeter macht das auch nicht einfach so. Einfach glauben, einfach vertrauen.
Und er sagt es auch:
Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken.
Unsagbar schwer.
Und doch ist da auch Hoffnung - Sie finden diese Hoffnungsverse auf der am Eingang verteilten Karte:
Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
Das sind die beiden Pole des Glaubens und ich sage bewusst zwei Pole des Glaubens:
Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken. Das ist die eine Seite unseres Glaubens.
Und die zweite: Selbst im Tod, siehe da bist du auch da.
Zwei Seiten des Glaubens, sie entsprechen vielleicht auch zwei Seiten Gottes.
Den Gott, den wir verstehen, der uns nah ist.
Und den Gott, den wir nicht verstehen, der uns verborgen ist, auf den wir auch wütend sind.
Keine zwei Götter. Ein Gott. Wir nehmen ihn mit zwei Seiten war: Den Gott, den wir verstehen, der offenbare Gott und den verborgenen Gott, den Gott, den wir nicht verstehen.

Wie soll es weitergehen?
Wie soll es weitergehen, fragen sich jetzt die, die ohne den geliebten Menschen weitergehen müssen. Weiter durchwachte Nächte, weiter tagsüber Tränen des Vermissens.
Wie soll es weitergehen, ohne den Vater, die Mutter, Partner/Partnerin, ohne das Kind, Freund oder Freundin, den Bruder, die Schwester?
Der Psalmbeter macht es so:
Er bleibt in Kontakt mit Gott.
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Leite mich Gott auf ewigem Wege.
Heißt das, den Tod zum Leben, zum ewigen Leben dazuzuzählen?
Für manche ist das zu viel, verständlicherweise. Für andere, für Menschen, die schon Jahre Menschen verloren haben, kann, nicht muss es, ein Weg sein.

Schluss
Auf der Karte innen steht: Ich denke an. Schreiben Sie doch den Namen Ihres Lieben jetzt dazu. Einen Namen oder mehrere. Ganz für sich. Ich denke an.
... Musik ...
Menschen, an die wir denken, haben wir aufgeschrieben.
Dabei steht das Versprechen des Psalmes: Führe ich gen Himmel, so bist du da, bettete ich mich bei den Toten, siehe so bist du auch da.
Ein Psalm, der Sie in Ihrer Trauer begleiten soll in die Zukunft, die Zukunft, die anders ist seit dem Tod des lieben Menschen.
Wir kennen die Zukunft noch nicht. Uns ist auch bange vor der Zukunft. Die Zukunft ist offen, aber niemand muss allein gehen.
Gott ist da. Im Himmel ganz oben, in der Tiefe bei den Toten, am Morgen des Lebens und am Abend: Gott ist da.
Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähe mich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und eine Rechte mich halten. AMEN

TEILEN